Der Begriff Retro kommt aus dem lateinischen und bedeutet "rückwärts"- demzufolge ist alles was mit Retro ein Prozess bei dem kulturelle Erinnerungsstücke zurückliegender Jahrzehnte auf unterschiedliche Weise, vom Alltagsgegenstand bis zum Musikstück, wieder aufgenommen und neu verarbeitet werden. Zurück in die Vergangenheit sozusagen.
Retro ist ein regelrechtes kulturelles Phänomen der Neuzeit geworden. In immer kürzeren Abständen werden vergangene Jahrzehnte reanimiert. So kehrten die Siebziger, Sechziger und Achtziger in den Neunzigern ein ums andere Mal in großen Revivals mit Schlaghose, Gitarrenrock, Batik-Shirts und flippigen Flower-Power wieder.
Tatsächlich jedoch geht es um mehr. Das Phänomen „Retro“ kann aber durchaus als ein Gegentrend zur Moderne angesehen werden. Denn Retro ist auch heute kein Mainstream im eigentlichen Sinne, sondern ein spezieller Trend für sich. Mit Retroartikeln wirkt man demzufolge meist als exklusiv und hip. Dies spiegelt sich auch in den Produkten und dessen Marketing wider.
In den Siebzigern entdeckte die Industrie das erste Mal die Kaufkraft der Heranwachsenden für sich. Mit diesem Konzept versucht man auch heutzutage "alte neue" Produkte zu vermarkten. Netter Nebeneffekt ist immer, dass sich die eigentlichen Jugendlichen der damaligen Kultur durch Retrotrends in ihre Jugendzeit zurückversetzt fühlen und diese Produkte ebenfalls kaufen. Mit Retroartikeln bieten die Hersteller immer gewisse Fixpunkte in einer sich ständig und rasch entwickelnden Welt.
"Retro“-Trends sind im Endeffekt eine logische Folge, auf die wiederum folgerichtig der Vorwurf folgen muss, lediglich die Sehnsucht nach heimeliger Geborgenheit zu bedienen. Egal ob in der Mode, Kultur oder dem alltäglichen Leben.